Treasures
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Ein guter Weg, um die Schätze und für Touristen sonst unentdeckte Ecken Londons kennen zu lernen,
 sind die Original London Walks.

Für nur 5 £ (= 7,50 Euro) wird man von Schauspielern 2 Std. lang durch Shakespeare‘s London oder Jack The Ripper‘s London geführt. Auch eine abendliche Pub-Tour oder Gaslight Tour werden angeboten.

Ich habe an den  Walks “Shakespeare‘s Londonâ€, “Notting Hill†und “Greenwich†teilgenommen und ich kenne keine bessere Art die Besonderheiten ein Stadt kennen zu lernen als in einer Gruppe neugieriger Touris, die an den Lippen eines mehr oder weniger schauspielernden Guides hängen. Ausführliche Infos zu den Touren findet Ihr in der Rubrik London Walks, wo ich jeden von mir mitgemachten Spaziergang genau nachgezeichnet habe.

Das Foto zeigt einen originalgetreuen Nachbau des Globe Theaters, in dem Shakespeare seine ersten Erfolge feierte, auf dem Südufer der Themse, direkt gegenüber vom Tower.

Zu den Schätzen Londons gehören neben der teilweise jahrhundertealten, vielfältigen und erstaunlichen Architektur, den immergrünen Parks und den bekannten Sehenswürdigkeiten vor allem die zahllosen Museen, die — ganz im Gegensatz zu allen anderen Touristen-Attraktionen und Kirchen, wo man schon mal 7 £ (11 Euro) hinlegen darf — keinen oder nur einen geringen Eintritt kosten.

Das Victoria & Albert Museum gilt als eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Man kann sich hier ohne weiteres mehrere Tage aufhalten und hat sicherlich auch dann noch nicht alles gesehen. Das Foto links ist in der Empfangshalle dieser Herberge an Schätzen aus aller Welt entstanden.

Die National Gallery und National Portrait Gallery liegen direkt am Trafalgar Square und beherbergen mehr als 2200 Gemälde. Sie liefern damit einen Querschnitt der europäischen Malerei vom Hochmittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Tate Gallery (zwei Standorte an der Themse) widmet sich britischer Kunst vom 16. –20. Jahrhundert (Tate Britain) sowie internationalen modernen Künstlern (Tate Modern).

Das British Museum zeigt die bedeutendsten Sammlungen von Kunst, Kunsthandwerk und Alltagsgegenständen der Welt. Unterteilt nach Regionen wie u. a. Ägypten, Griechenland, Römisches Reich, China und "übrigem Europa" erwarten den Besucher nach der vollständig mit Glas überdeckten Eingangshalle echte Mumien, griechische Tempel sowie die British Library, die eine Gutenberg-Bibel, ein Original des Beatles-Hits "Yesterday" von Paul McCartney, eine erste Niederschrift von Isaac Newton zur Schwerkraft und Notizen von Leonardo da Vinci in Spiegelschrift enthält.

Das Theatre Museum am Covent Garden ist ein Muss für jeden Theaterfreak – dort wird von Bühnenbildner-Arbeiten über Masken– und Kostümwerkstätten bis hin zum kompletten bühnenreifen Stück alles detailliert erklärt.

Das Natural History Museum liegt direkt neben dem V&A und beeindruckt nicht nur durch seine unglaubliche Architektur, sondern auch durch seine umfangreiche Ausstellung zu der eine Dinosaurier-Abteilung genauso gehören wie der Bereich, in dem die Entwicklung der Erde mit allen Naturgewalten äußerst anschaulich gezeigt wird.

Weitere große Museen wie das London Museum, das London Transport Museum, das Design Museum und das MOMI (Museum of the Moving Image) werden in jedem Reiseführer empfohlen – nur habe ich die trotz mehrtägiger London-Besuche noch nicht besuchen können...

Aber das beeindruckendste Museum, das ich je in meinem Leben besucht habe, war das Imperial War Museum. Es befasst sich mit den Kriegen, in die Großbritannien im 20. Jahrhundert involviert war. Neben einer beachtlichen Sammlung an Original-Panzern und Kriegsfahrzeugen, Flugzeugen, Raketen etc. befindet sich in dem Museum ein komplett nachgebautes und vollständig ausgestattetes englisches Haus aus den 40er Jahren.

Im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen hat mich die chronologische Darstellung des Ersten und Zweiten Weltkrieges. In der „Holocaust-Abteilung“ erzählen Überlebende aus Auschwitz auf unzähligen Monitoren von den Qualen, denen sie ausgesetzt waren. Ein maßstabsgetreuer Nachbau der gesamten KZ-Anlage von Auschwitz auf 10 m Länge beeindruckte mich ebenso wie die Durchschrift von Hitlers Testament oder seine handgeschriebenen Befehle zur Judenvernichtung. In dieser Situation bemüht man sich sehr zu verbergen, dass man deutsch ist und das auf den Schriftstücken Geschriebene versteht.

In die beiden Extra-Räume, in denen man erleben kann, wie es in einem Schützengraben im Ersten Weltkrieg zuging oder wie sich der Blitzkrieg in einem Bunker anfühlte, habe ich mich nicht getraut.

Als Deutsche kam ich mir in diesem Museum doch etwas sehr merkwürdig vor... Doch diese Erfahrung, wo einem die Wahrheit absolut ungeschönt und tief bewegend vor Augen geführt wird, möchte ich niemals missen.